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Schulverweigerung

Ein Kind sitzt auf dem Boden und legt den Kopf auf seine Arme.
© LPR

Schulabsentismus bezeichnet das wiederholte, teilweise oder vollständige Fernbleiben von Schülerinnen und Schülern vom Unterricht ohne legitime Entschuldigung. Er umfasst verschiedene Ausprägungen – von gelegentlichem »Schwänzen« bis hin zu chronischer Schulverweigerung oder vollständigem Schulabbruch.

Ein Kind schnitzt etwas in eine Parkbank aus Holz.
© LPR

Erscheinungsformen

In der Fachliteratur wird meist differenziert zwischen:

  • Gelegenheitsabsentismus: sporadisches Fehlen, oft situationsbedingt
  • Regelmäßigem Schulschwänzen: bewusstes, wiederholtes Fernbleiben ohne Wissen der Eltern
  • Schulverweigerung: emotional bedingtes Fernbleiben (z. B. Angst, Überforderung)
  • Elternbedingtem Fernhalten: z. B. durch mangelnde Unterstützung oder bewusste Duldung

Ursachen

Schulabsentismus entsteht selten aus einem einzelnen Grund, sondern durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

Individuelle Ebene

  • Lernschwierigkeiten oder Leistungsüberforderung
  • Schulangst, soziale Ängste, psychische Belastungen
  • Geringe Motivation oder fehlende Perspektiven etc.

Familiäre Ebene

  • Geringe Bildungsorientierung im Elternhaus
  • Konflikte, Vernachlässigung oder instabile Lebensverhältnisse
  • Fehlende Kontrolle oder Unterstützung etc.

Schulische Ebene

  • Negatives Schulklima, Mobbing
  • Unzureichende pädagogische Beziehung zu Lehrkräften
  • Fehlende individuelle Förderung etc.

Soziale / strukturelle Ebene

  • Peer-Gruppen mit schulablehnender Haltung
  • Armut, soziale Exklusion
  • Mangelnde Freizeit- und Unterstützungsangebote etc.

Folgen

  • Bildungsdefizite und geringere Abschlusschancen
  • Erhöhtes Risiko für Arbeitslosigkeit
  • Soziale Desintegration und Delinquenz
  • Langfristige gesellschaftliche Folgekosten etc.

Deshalb sind wir der Meinung, dass (kommunales) Engagement zur Prävention von Schulabsentismus in Ihren Bildungseinrichtungen vor Ort eine sinnvolle Investition in die Lebensqualität und Zukunft der Menschen in Ihrer Kommune ist.

Bei Fragen zu Unterstützungsangeboten und wirksamen Maßnahmen wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an: hans.tuschling@smi.sachsen.de / 0351 564 30944.

Mehrere Menschen sitzen bei einer Besprechung.
© LPR

Kommunen nehmen eine Schlüsselrolle ein, weil sie an der Schnittstelle zwischen Schule, Jugendhilfe und sozialem Umfeld agieren.

Koordinationsfunktion

Kommunalverwaltungen bündeln Akteure wie:

  • Schulen
  • Jugendämter
  • Sozialarbeit / Schulsozialarbeit
  • Polizei und Ordnungsbehörden etc.

Sie sorgen für abgestimmte Interventionsketten und Informationsflüsse.

Prävention

  • Aufbau von Frühwarnsystemen (z. B. bei häufigen Fehlzeiten)
  • Finanzierung und Organisation von Schulsozialarbeit
  • Förderung außerschulischer Bildungs- und Freizeitangebote etc.

Intervention

  • Einleitung von Maßnahmen nach Schulpflichtgesetzen
  • Gespräche mit Eltern und Jugendlichen
  • Kooperation mit Jugendhilfe bei komplexen Problemlagen etc.

Netzwerkarbeit

Kommunen initiieren lokale Netzwerke (»Bildungsketten«), um:

  • Ressourcen effizient zu nutzen
  • Fallübergreifende Strategien zu entwickeln
  • Nachhaltige Präventionsstrukturen aufzubauen etc.

Steuerung und Planung

  • Datengestützte Analyse von Fehlzeiten
  • Entwicklung kommunaler Strategien gegen Schulabsentismus
  • Integration in Bildungs- und Sozialplanung etc.

Wie Sie sehen, können Kommunalverwaltungen eine entscheidende Rolle bei der Begegnung dieser auf verschiedenen Ursachen beruhenden Thematik spielen und wirksam zu gelingenden Lösungsstrategien beitragen.

Bei Fragen zu Unterstützungsangeboten und wirksamen Maßnahmen wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an: hans.tuschling@smi.sachsen.de / 0351 564 30944.

Ein Laptop zeigt Tabellen und Diagramme. Daneben liegen auch noch Ausdrucke mit Diagrammen.
© Pixabay

Hier finden Sie eine Auswahl an aktuellen Studien und Überlegungen zu konkreten Präventionsansätzen gegen schulverweigerndes Verhalten. Sie werden feststellen, dass es in den Bundesländern viele Materialien zu diesem Thema gibt. Wir haben bei unserer Auswahl den Schwerpunkt auf Sachsen gelegt. Über das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) können Sie weitere hilfreiche Informationen erhalten. Alternativ wenden Sie sich vertrauensvoll an hans.tuschling@smi.sachsen.de.

Außerdem verweisen wir im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Schule und Prävention gerne auf unsere Landesstrategie »Prävention im Team« (PiT): https://www.pit.sachsen.de/.

Projekt »Start off« der Dietz-Stiftung

Logo der Dietz-Stiftung
© Dietz-Stiftung

Ein Herzensanliegen für Schulverweigerer

Wenn ein Kind die Schule verweigert, ist das mehr als »Ich habe keine Lust«. Angst, Scham und Frust beherrschen die Kids lange bevor sie keinen anderen Ausweg mehr wissen.

Deren Eltern sind ebenso verzweifelt. Um diese Kinder und Eltern kümmert sich das Kinder- und Jugendförderprojekt »start off« – ein alternatives Schulprojekt für Schulverweigerer in Zwickau.

Jeder Schultag zählt

Die Jungen und Mädchen, die zu »start off« kommen, haben zuvor stundenweise geschwänzt, gingen bereits über einen längeren Zeitraum nicht mehr zur Schule oder fielen durch massiv störendes Verhalten auf.

Die Gründe für Schulverweigerung sind so vielfältig und individuell wie die Kinder und Jugendlichen selbst. Sie reichen von

  • Schulfrust oder -angst über
  • Versagensängste,
  • Beziehungsstörungen,
  • Leistungsdefizite bis hin zur
  • Gruppenunfähigkeit.

Bis zu zehn Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 16 Jahren erfahren beim Projekt »start off« die Möglichkeit eines Neuanfangs.

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