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Bewährte Projekte: Suchtprävention

Basisseminar Cannabis

Die Seminarteilnehmenden sitzen und schauen zum Referenten.
© Stadt Görlitz

Maria J. Schubert, Koordinatorin des Kommunalen Präventionsrates Görlitz, hat im Mai 2024 ein Basisseminar Cannabis organisiert und durchgeführt. Anbei ein paar wichtige Tips fürs Nachmachen.

Themenfeld:
Sucht-/Drogenprävention// öffentlicher Raum

Ziele:
Mit der Ankündigung der Teillegalisierung von Cannabis und somit der geplanten Einführung des Cannabisgesetzes (CanG), entstanden sowohl bei der Zivilgesellschaft, der Verwaltung, aber auch der Polizei Handlungsunsicherheiten. Die geplanten Regelungen warfen bis über den 1. April 2024, als das Gesetz in Kraft trat, vielfältige Fragen auf: Wer darf was, wann und wo konsumieren, besitzen, erwerben? Wie werden sich die Strafverfolgungsbehörden verhalten? Was haben Vereine zu beachten? Wie können gerade jugendliche Zielgruppen geschützt werden?

Angeregt aus der Arbeitsgruppe Öffentlicher Raum des Görlitzer Kommunalen Präventionsrates, wurde der Plan gefasst, nicht nur gesetzliche Grundlagen einer breiten Zielgruppe zu vermitteln, sondern auch in einen multiprofessionellen regionalen Austausch zu kommen. In diesem sollte dann besprochen werden, welche Herausforderungen die Akteurinnen und Akteure sehen, welche weiteren Fragen geklärte werden müssen und vor allem wie gelingende Präventionsarbeit sowohl in den einzelnen Bereichen, aber auch gemeinsam gelingen kann.

Handlungskonzept:

  1. Grundlagen schaffen

In einem ersten Schritt konnte die Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen als Kooperationspartner gewonnen werden. Am 29. Mai 2024 sprach der Referent Michael Wilde u. a. über Wirkstoffe, Konsumformen und -arten, über die kurz- und langfristige Wirkung von Cannabis, allgemeine Beratungsanlässe in sächsischen Suchtberatungsstellen, das CanG im speziellen sowie die allgemeinen Herausforderungen im Zusammenhang mit Prävention. Der Einladung zum kostenfreien Seminar folgten 40 Personen aus den Kommunen Görlitz, Krauschwitz, Weißwasser und Zittau. Darunter Vertretungen der Polizei, der Zivilgesellschaft, dem Zoll, der Schulsozialarbeit und den Stadtverwaltungen, hier besonders die Ordnungs- und Jugendämter.

Im Anschluss an den Vortrag fand die offene Austauschrunde statt, bei der

  • drängende Fragen geklärt,
  • Wünsche und Erwartungen geäußert,
  • bisherige Erfahrungen geteilt,
  • die Bedarfe der Anwesenden und deren Institutionen erhoben,
  • die Zielgruppen für Maßnahmen eruiert
  • sowie vorhandene Ressourcen besprochen

werden konnten. So gibt es bereits an zwei Standorten im Landkreis Görlitz den „grünen Koffer“ zum Ausleihen sowie den interaktiven Präventionsparcours "Cannabis - quo vadis?" (mehr Informationen hierzu im 2. Link – s. unten). Die Austauschrunde diente auch als Grundlage, um passende Interventionen - wie bspw. eine Schulung für mehr Handlungssicherheit - planen zu können. Diese sind im Handlungskonzept der nächste und somit zweite Schritt.

  1. Interventionen planen und durchführen

Gemeinsam mit dem Sozialteam - Soziotherapeutisches Zentrum (STZ) Görlitz-Weißwasser wird eine Schulung für die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes angeboten. Außerdem hat sich die Schulsozialarbeit eine Schulung oder eine Handreichung für mehr Handlungssicherheit gewünscht. Dies konnte aus der Runde heraus noch nicht realisiert werden, jedoch soll mit dem neuen Schuljahr seitens des Landesamtes für Schule und Bildung eine Sammlung von Handlungshilfen zu verschiedenen Notfällen (u. a. BTM-, Mobbing- und Gewaltvorkommnisse) an alle Schulen in Sachsen ausgehändigt werden. In die Erstellung dieser Handlungshilfen war der Fachdienst Prävention der Polizeidirektion Görlitz in Partnerschaft mit Fachträgern wie dem o. g. Sozialteam, maßgeblich involviert.

  1. Vision

Das Thema Cannabisprävention ist wichtig und wird weiter Teil der Arbeit des KPR Görlitz und besonders der Aktiven in der AG öffentlicher Raum sein. Der Gruppe ist gleichzeitig bewusst, dass andere (Sucht-) Problematiken ebenso der Aufmerksamkeit bedürfen. Konkret will der Görlitzer KPR mit dem multiprofessionell aufgestellten Netzwerk eine frühzeitig einsetzende Prävention sowie die Lebenskompetenzförderung, besonders an Schulen, voranbringen.

 Weiterführende Links:
www.suchtpraevention-sachsen.de - Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen

https://www.suchtpraevention-sachsen.de/themen/suchtmittelspezifische-suchtpraevention/substanzen/cannabis/ - Materialien zur Unterstützung der Cannabisprävention

https://www.cannabispraevention.de/ - Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

www.sozialteam.de – Webseite Sozialteam - Soziotherapeutisches Zentrum (STZ) Görlitz-Weißwasser

Kontakt:
Stadtverwaltung Görlitz
Kommunaler Präventionsrat
Maria J. Schubert
Hugo-Keller-Str. 14
02826 Görlitz

E-Mail: ma.schubert@goerlitz.de

Tel.: 03581 671577

Webseite: https://www.goerlitz.de/Kommunaler-Praeventionsrat.html

 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Suchtprävention

zeigt Symbolbild von zwei Personen sitzend auf einer Treppe mit Bierflaschen in der Hand

Zielgerichtete und auf wissenschaftlichen Ergebnissen gestützte Suchtprävention kann einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten, die Bevölkerungsgesundheit zu steigern, die gesellschaftliche Kosten zu senken und die Lebensqualität zu erhöhen. Die Suchtprävention wurde in Deutschland im Rauschgiftbekämpfungsplan von 1990, im 2003 beschlossenen Aktionsplan Sucht und Drogen und in der aktuellen Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik von 2012 als wichtiges Element einer umfassender Suchtarbeit festgelegt. Auf der Seite des BZgA finden Sie mehrere aufklärende Webseiten zu den Schwerpunkten wie Tabak, Alkohol, Cannabis, harte Drogen, Spielsucht und Mediensucht.

Trouble in the City – Stark ohne Drogen

Logo stark ohne Drogen, grüner Hintergrund und im Vordergrund ein Junge. Es sieht aus wie ein Sketch.
© Stadt Zwickau

Was braucht es in diesen gewandelten Zeiten, mit welchen Aktionen in der Suchtprävention erreichen wir heute junge Menschen? Darauf will das Modellprojekt »Trouble in the City- Stark ohne Drogen« eine Antwort geben und ein auf die Situation angepasstes Präventionsprogramm bieten.

Den Abschlussbericht sowie der Katalog des Modelprojekts »Trouble in the City – Stark ohne Drogen« finden Sie unter:
 

Themenbereich:
Suchprävention

Projektziele:
Am 23. Juni 2021 startete das 2-jährige Modellprojekt »Trouble in the City – Stark ohne Drogen«, eine gemeinsame Initiative der Rotary Clubs Zwickau-Glauchau-Lichtenstein, der Stadtmission Zwickau, dem Landkreis und der Stadtverwaltung Zwickau.
Veränderter Suchtmittel-Konsum, neue Abhängigkeitsstrukturen, fehlende Präventions-Angebote in Corona-Zeiten.
Was braucht es in diesen gewandelten Zeiten, mit welchen Aktionen in der Suchtprävention erreichen wir heute junge Menschen?
Darauf will das Modellprojekt »Trouble in the City- Stark ohne Drogen« eine Antwort geben und ein auf die Situation angepasstes Präventionsprogramm bieten.
Gemeinsam mit Akteuren aus der Jugend- und Sozialarbeit sollen Ideen entwickelt, geplant, durchgeführt und geteilt werden.

Handlungskonzept:
Das Projekt bietet:

  • Info und Coaching für Aktionen zum Selbermachen
  • Kontakt zu Projektpartnern zur Durchführung von Aktionen
  • Auswertung und Zusammenfassung von Aktionen in einem Buch

Unterstützt wird mit Material

  • interaktive Ausstellung „High 5“
  • Cannabis-Präventions-Parcours
  • Surfsimulator
  • Beach-Flag und Aufsteller
  • Beamer
  • Postkarten zur Aktion, Infoflyer, T-Shirts

Mögliche Aktionen, Beispiele:

  • Elternaktion »Wie schütze ich meine Kinder?«
  • Surfsimulator als Imagination der eigenen Lebenswelt
  • Suchtmittel im Umfeld von Schulen
  • Gesprächsrunden mit Suchtbetroffenen sowie Buchlesung
  • Schauspiel zum Thema »Sucht«
  • Aktion »Skaten statt Drogen«
  • Filmabende

Seit dem Projektstart konnten bereits einige Aktionen umgesetzt und erste Erfahrungen gesammelt werden, u. a. am 9. Oktober im Rahmen des Festes »Youth 4 Move« im Areal der Lutherkirche in Zwickau. Hier konnten sich Jugendliche u. a. im Siebdruck, Graffitisprühen und Discgolf ausprobieren. Letzteres ist ein Frisbeesportspiel, das am gemeinsamen Stand der Stabsstelle Kommunale Prävention der Stadt und des Streetwork-Projektes der Stadtmission Zwickau angeboten wurde. Die spielerisch-entspannte Atmosphäre am Stand ermöglichte es, mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen, deren Lebensziele zu hinterfragen und über das Modellprojekt »Trouble in the City - Stark ohne Drogen!« zu informieren. Dabei ging es nicht nur allgemein um Drogenaufklärung. Viel wichtiger war, zunächst eine Vertrauensbasis zu schaffen, individuelle (Drogen-)Erfahrungen der Jugendlichen zu sammeln, Motive für einen Drogenkonsum herauszufinden, gezielte Hilfsangebote zu unterbreiten und Chancen für positive Veränderungen zu bieten.

Schon in den Sommermonaten gab es im Rahmen des Modellprojektes einen Open-Air-Kinonachmittag und ein Skater-Angebot. Gezeigt wurde das Fantasy Abenteuer »Jumanji«, ein Streifen, in dem Mut und Stärke, aber auch Schwäche, eine Rolle spielen. Eine gute Grundlage, um im Nachgang mit den Jugendlichen darüber zu reden und sich zum Thema auszutauschen.

Bei der Aktion »Push your limits - Skaten statt Drogen« stand eher ein sportlich-versiertes und gesundes Körpergefühl im Focus. Zwei erfahrene Skateboarder informierten über die Skate-Historie und -Philosophie. Sie zeigten eine Skateboard-Animation, gingen aber auch auf die Risiken von Drogenmißbrauch ein. Am Ende ihrer Ausführungen durften die teilnehmenden Jugendlichen selbst erste Erfahrungen auf dem Board sammeln – natürlich unter fachlicher Anleitung.

Viele kleinere und größere Aktionen gemeinsam mit zahlreichen Partnern sollen im Rahmen des 2-jährigen Modellprojekts noch folgen.
Den Projekt-Initiatoren liegt besonders am Herzen, herauszufinden, mit welchen Aktionen in der Suchtprävention junge Menschen am besten erreicht werden können. Die verschiedenen Angebote zielen alle darauf ab, Jugendliche vor allem zum Nachdenken anzuregen, und sie zu animieren, Antworten auf die Frage »Was macht MICH stark im Leben?« zu finden.
Alle Aktionen, Eindrücke und Erfahrungen werden im Verlauf des Modellprojektes in einem Buch gesammelt und abschließend zusammengefasst. Dieses soll zukünftigen Präventionsschaffenden zur Verfügung gestellt werden.
Die Mittel für das Modellprojekt »Trouble in the City – Stark ohne Drogen« stellt Rotary Zwickau-Glauchau-Lichtenstein zur Verfügung. Federführend umgesetzt wird es über die Streetworker der Stadtmission Zwickau gemeinsam mit zahlreichen Partnern.

Kontakt:
Stabsstelle Kommunale Prävention
Stadtverwaltung Zwickau
Hauptmarkt 1
08056 Zwickau

Ansprechpartnerin: Nicola Niedernolte
E-Mail: KommunalePraevention@Zwickau.de 
Telefon: 0375/83-1850
Internet: Stadt Zwickau
              Stabsstelle Kommunale Prävention

 

 
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