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Begleitendes Coaching

Das Bild zeigt drei Personen grafisch dargestellt. Eine Person hält ein Schild mit der Aufschrift "Wer hilft" in die Luft. © LPR

Das Coaching ist ein kostenfreies Angebot für alle ASSKomm-Kommunen sowie für die Steuergruppen der »Prävention-im-Team«-Regionen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle LPR (lpr@smi.sachsen.de).

Welches Ziel verfolgt das Coaching?

Der Aufbau und die Weiterentwicklung von kommunaler Prävention ist eine wichtige und komplexe Aufgabe. Hierzu stellen wir den Kommunen Coaches zur Seite. Das Coaching stellt eine Unterstützungsleistung dar, die den kommunalen Akteuren dazu verhilft, schnell und wirkungsvoll zu individuellen Lösungen zu kommen. Ziel des Coachings ist es, vorhandene Ressourcen und Potenziale zu finden, diese zu nutzen und optimal in neue Handlungsmöglichkeiten zu überführen.

Woher kommen die Coaches?

Über das Institut für Beratung, Begleitung und Bildung e.V. (Institut B3) steht ein Pool aus über 30 Coaches zur Verfügung, welche unterschiedliche Fachkompetenzen mitbringen. Je nach den Erfordernissen können diese passend vermittelt werden. Die Coaches arbeiten mit einem systemischen Ansatz und schauen, welche Ressourcen vor Ort gegeben sind. Gemeinsam mit dem kommunalen Ansprechpartner vor Ort, werden Strategien für Strukturen innerhalb der Präventionsgremien oder in der jeweiligen Präventionsarbeit entwickelt.

Dabei spielt der Empowerment-Ansatz, der die Beratungsnehmenden im Sinne einer »Hilfe zur Selbsthilfe« nachhaltig darin unterstützt, Probleme vor Ort zu erkennen und eigenverantwortlich, selbstbestimmt und lösungsorientiert zu bearbeiten, eine wichtige Rolle. 

Ein Coach kann dabei aber ganz unterschiedliche Rollen einnehmen. Beobachter, Analyst, Moderator und manchmal auch Ratgeber.

Was kann Coaching?

So kann in Absprache das Coachingangebot – angepasst auf die jeweiligen Rahmenbedingungen und strukturellen Voraussetzungen vor Ort – für folgende Aufgaben u.a. genutzt werden:

  • Prozessbegleitung der Kommunalverwaltungen, der Kommunalen Präventionsräte (KPR) in Einzel- oder Gruppenarbeit,
  • strategische Planung des ASSKomm-Prozesses in der Kommune,
  • Unterstützung bei der Suche, Ansprache und Einbindung relevanter Akteure,
  • Reflexionspartner im Präventionsprozess mit Blick auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken,
  • Durchführung von Workshops insbesondere hinsichtlich der Konkretisierung der Ziele, bei der Einrichtung von Gremien, Strukturen etc.,
  • Organisationsunterstützung bei der Planung von Sitzungen z. B. des Kommunalen Präventionsrates (KPR)
  • beratende Teilnahme an Sitzungen,
  • Moderation zwischen den beteiligten Akteuren (Personen, Gruppen, Gremien etc.),
  • ergänzende Beratung per E-Mail, Telefon und Videokonferenz sowie
  • Begleitung bei der Erstellung eines Maßnahmenplans oder Konzeptes und der dazugehörigen Meilensteine.
 

Coaching in Zwickau

Logo der Stadt Zwickau © Stadt Zwickau

Als Koordinierungsstelle ist man mit seinen Aufgaben manchmal auf sich gestellt. Da ist es hilfreich, mit einem Coach als unabhängigem Ansprechpartner Pläne und Konzepte zu besprechen. Dabei können die Themen und Herausforderungen klarer und übersichtlicher herausgearbeitet werden. Das erleichtert die Identifizierung der nächsten Schritte und erhöht die Entscheidungsfähigkeit. So kann man gut vorbereitet und sicher mit den unterschiedlichsten Akteuren umgehen und kommunizieren.

Es geht nicht um die Vermittlung von Expertenwissen zur kommunalen Prävention. Die Grundannahme des Coachings ist, dass die gecoachte Person kreativ, einfallsreich und ganz und gar der Experte seines beruflichen Wirkens ist. Ein Coach betrachtet die begleitete Person als fähig und verantwortungsbewusst.

Das Coaching kann individuell gestaltet werden. Der Coach ist nur gegenüber der begleiteten Person verpflichtet, diese trifft selbst die Entscheidung über Ziele, Handlungsschritte (Inhalt) und darüber, wie der Coach und die Koordinierungsstelle zusammenarbeiten (Prozess, Tempo). Während des Coachings kann das Maß der Betreuung jederzeit angepasst und nach Bedarf abgerufen werden. Ziel ist es, neue, komplexe Aufgabenbereiche selbstverantwortlich zu gestalten.

Der Coach kann eine gute Unterstützung bieten bei der

  • Besprechung und Reflexion von Ideen und Herausforderungen,
  • Formulierung von Zielen und Strategien,
  • Planung von Veranstaltungen und Durchführung von Workshops,
  • Vorbereitung von Präsentationen, Vorträgen, Ausschußsitzungen und wichtigen Terminen,
  • Ausarbeitung von Konzepten und Berichten.

Bei Tagungen, bei denen viele Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen, ist es nützlich, wenn der Coach moderiert und aufpasst, dass der rote Faden nicht verlorengeht.
Bei Konflikten kann der Coach dabei helfen, Differenzen zwischen den einzelnen Akteuren zu verdeutlichen und einen Austausch darüber anregen.

Darüber hinaus kann der Coach auch den Akteuren des Kommunalen Präventionsrates durch Moderation und Mediation zu Seite stehen.

 

Wie gelingt Coaching? – aus Sicht des Coaches Bernd Stracke

Portrait von Bernd Stracke © Institut B3 e. V.

Gelingendes Coaching ist kein Selbstläufer. Es gibt ein paar grundlegende Voraussetzungen dafür:  Das A und O des Coachingprozesses ist die Stimmigkeit zwischen Coach und Coachee. Von Anfang an sollte der Prozess systemisch gedacht werden.

Das beginnt bereits vor dem Erstgespräch. Ich bereite mich gründlich darauf vor: Ich recherchiere ausgiebig die Besonderheiten und Eigenheiten der Kommune, in der ich tätig werde. Wie stellt sie sich in der Öffentlichkeit dar? Was ist wichtig für die Identität des Ortes? Welche Erfolge und Misserfolge prägen die jüngere Vergangenheit? Worauf wird Wert gelegt? Ich fahre auch gerne vor dem Erstgespräch durch die Kommune und lasse die Landschaft und die Architektur auf mich wirken.  Damit bekomme ich in der Regel ein Gespür für das atmosphärische Grundrauschen vor Ort.

Mit dieser Wertschätzung im Gepäck gehe ich in den Coachingprozess hinein. Es ist manchmal schwer, sich zurückzuhalten, aber der Fokus liegt ganz bei der Person, die das Coaching in Anspruch nimmt. Wie sieht sie die Lage vor Ort? Welche Bedürfnisse formuliert sie offen oder verdeckt? Die Hauptaufgabe im Erstgespräch liegt für mich darin, gut und aktiv zuzuhören und mir und meinem Gegenüber im Gespräch ausreichend Zeit zu lassen, sich mitzuteilen und Ziele zu finden. Nur so kann eine Vertrauensbasis geschaffen werden, die durch den Coachingprozess hindurch trägt.

Und dann kommt es ganz auf die Gesprächsdynamik zwischen den Beteiligten an. Das lässt sich vorab nicht bestimmen. Als Coach muss man sehr flexibel sein. Es gibt verschiedene Typen von Menschen. Zum Beispiel bei den Bürgermeister*innen: Vom kollegialen Stil bis hin zum Solo-Entscheider ist die Bandbreite sehr groß. Wichtig bleibt für mich, dass ich als Coach niemals entscheide, was gut und was richtig ist. Die Entscheidungshoheit bleibt bei der Person, die ich begleite. Jeder Druck, der da vonseiten des Coaches ausgeübt wird, wäre langfristig kontraproduktiv. Das Gegenüber ist und bleibt eigenständig in seinen Entscheidungen. Meine Aufgabe als Coach ist es, mit ihm gemeinsam zu überlegen, in welcher Richtung der beste Weg liegt. Und meine Aufgabe ist auch, das Finden des Weges zu strukturieren. Es hat sich für mich bewährt, aus jedem Gespräch ein Ergebnis und einen klaren nächsten Schritt festzuhalten: Das kann ein neuer gemeinsamer Gesprächstermin sein, eine Maßnahme, die der Partner vor Ort umsetzen möchte, oder auch nur eine klare Agenda, die ich für mich mitnehmen kann.

Auf diese Weise sind wir in einem gemeinsamen Prozess. Und schließlich wird es beiden Seiten oft zeitgleich deutlich, wenn das Coaching, der Reflexionsprozess abgeschlossen und das Ziel erreicht ist. Wenn der weitere Weg klar vor Augen liegt und der Impuls da ist, diesen zu beschreiten und die Verantwortung wahrzunehmen, dann ist der Coachingprozess gelungen.

 

Coaching in Flöha

Wappen der Stadt Flöha © Stadt Flöha

Coaching ist eine ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform, die vor allem Personen mit Führungs- und Steuerungsfunktionen in ihrer Arbeit zugute kommt.

Für die Akteure im Bereich der Präventionsarbeit ist der Coachingprozess eine wichtige Unterstützung und persönliche Stärkung. Der Coach kontrolliert nicht, der Coach stellt keine Aufgaben. Durch seinen neutralen Blick gibt er mit Anregung und Reflektion eine Hilfestellung, individuelle Ziele und Bedürfnisse zu sortieren und die eigene Selbstwirksamkeit zu erhöhen.

Wie können wir Sie bei Ihren Anstrengungen unterstützen?

Lassen Sie sich von Ihrem Coach mitnehmen auf die Tribüne: gemeinsam schauen wir uns Ihre Situation von oben an.

Präventionsarbeit folgt keinen vorgeschriebenen Strukturen, sondern leitet sich von individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten vor Ort ab. Ihr Coach steht Ihnen dabei mit seinem Erfahrungsschatz und mit seiner Vernetzung zur Seite.

Ein richtungsweisendes Beispiel dafür stellt in Mittelsachsen der Zusammenschluss von sechs Kommunen rund um die Kommune Flöha dar. In Form einer Zweckvereinbarung wollen die Partnerkommunen Präventionsarbeit gemeinsam und effektiv realisieren. Durch den Coachingprozess konnte die Entscheidungs- und Aussagekraft zu den Präventionsprojekten erhöht und die Klarheit für entsprechende Strategien geschärft werden.

 

Coaching im Rahmen von ASSKomm: Wurzen – bedarfsgerecht, pragmatisch und digital

Logo der Stadt Wurzen.

Das Coaching ermöglicht, sehr konkret am Bedarf einen »roten Faden« für Veranstaltungen zu entwickeln, die die Etablierung des KPR unterstützen und Präventionsarbeit im Netzwerk stärken.

Prävention lebt von der Bündelung von Fachexpertisen, den vielen unermüdlich ehrenamtlich in Vereinen Engagierten und kommunalen Entscheidungsträgern mit ihren jeweiligen Erfahrungen und Stärken im praktischen Feld. Und wie sollte es anders sein, diejenigen, die ohnehin bereits engagiert sind, haben knappe Zeitfenster und sind in unterschiedlichsten Netzwerken aktiv. In Wurzen/Wurzener Land besteht, nicht zuletzt durch positive Erfahrungen im Projekt »Weltoffenes Sachsen« (WOS), ein breites und bereits erprobtes Netzwerk. Die Arbeit in Strukturen, wie bspw. Stammtischen, ist bekannt und wird angenommen. Für ASSKomm gilt es nun, keine zeitraubenden Parallelstruktur aufzubauen. Ganz im Gegenteil: Bestehendes soll in der Struktur von ASSKomm weiterhin Raum finden und gebündelt werden. Wirksamkeit braucht Handeln. Und wirksames Handeln mit begrenzten Ressourcen braucht gut und treffsicher abgestimmte Kommunikationswege, verlässliche Verabredungen und selbstverständlich weiterhin Eigeninitiative. Mit dem Coaching im Rahmen des ASSKomm-Prozesses in Wurzen/Wurzener Land wird insofern das Rad nicht neu erfunden. Vielmehr ist es eine ganz praktische Begleitung. Eine Begleitung, die Kommunikationswegen und Veranstaltungen eine klare Struktur gibt und verbindliche Verabredungen stärkt, auf Basis derer sich schlussendlich das aktive Tun der vielen Engagierten für eine starke Präventionsarbeit entfalten kann.

Das Coaching wird genutzt zur Veranstaltungsplanung, der Moderation der Veranstaltungen und der Aufbereitung von Ergebnissen. Es unterstützt, Kontinuität in der Etablierung von ASSKomm zu entwickeln. Gerade in der aktuellen Pandemiesituation, in welcher Kontaktbeschränkungen zu der Skepsis führten, ob überhaupt Veranstaltungen angepackt werden sollten, ermutigte das Coaching, auch digitale Wege beherzt zu nutzen. Warten schadet der Präventionsarbeit. Digital ist so viel möglich und kann mit guter Planung ähnlich wie ein Präsenztreffen genutzt werden. Es ermöglicht sogar, Wege und somit auch Zeit zu sparen und eröffnet am Rande Lerneffekte für Beteiligte, sich auch in anderen Kontexten der virtuellen Welt zu öffnen.

Hinter Strukturen stehen immer auch Menschen, die in der Präventionsarbeit an Grenzen geraten können. Grenzen, die sich aus Überforderungen mit Erlebnissen im praktischen Tun ergeben oder auch Grenzen, die sich zwischen unterschiedlichen Interessengruppen entwickeln können. Ein Coaching hat in derartigen Situationen den Vorteil, mit Distanz auf Befindlichkeiten schauen zu können und kann somit ganz individuell unterstützen, aus gefühlten emotionalen »Sackgassen« zu kommen. Ferner eröffnen sich mit einem Coaching auch Chancen, genau dort wieder Gespräche zu ermöglichen, wo aus unterschiedlichen Gründen Missverständnisse oder scheinbar nicht vereinbare Sichtweisen es erschweren, eine konstruktive Ebene miteinander zu finden.

Wichtig und hilfreich ist für uns der fachkundige Blick von außen auf Bestehendes, die Bündelung im Sinne des »neuen« Zieles »Prävention« und die Moderation von Treffen.

Conny Hanspach, Koordinierung ASSKomm Wurzen
 

INFO-Material

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