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Begleitendes Coaching

Das Bild zeigt drei Personen grafisch dargestellt. Eine Person hält ein Schild mit der Aufschrift "Wer hilft" in die Luft. © LPR

Ansprechpartnerin

Anja Herold Beckmann
© SMI

Anja Herold-Beckmann

Telefon: 0351 564-30910

Telefax: 0351 564-30909

E-Mail: Anja Herold-Beckmann

Das Coaching ist ein kostenfreies Angebot für alle ASSKomm-Kommunen sowie für die Steuergruppen der »Prävention-im-Team«-Regionen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle LPR (lpr@smi.sachsen.de).

Welches Ziel verfolgt das Coaching?

Der Aufbau und die Weiterentwicklung von kommunaler Prävention ist eine wichtige und komplexe Aufgabe. Hierzu stellen wir den Kommunen Coaches zur Seite. Das Coaching stellt eine Unterstützungsleistung dar, die den kommunalen Akteuren dazu verhilft, schnell und wirkungsvoll zu individuellen Lösungen zu kommen. Ziel des Coachings ist es, vorhandene Ressourcen und Potenziale zu finden, diese zu nutzen und optimal in neue Handlungsmöglichkeiten zu überführen.

Woher kommen die Coaches?

Über das Institut für Beratung, Begleitung und Bildung e.V. (Institut B3) steht ein Pool aus über 30 Coaches zur Verfügung, welche unterschiedliche Fachkompetenzen mitbringen. Je nach den Erfordernissen können diese passend vermittelt werden. Die Coaches arbeiten mit einem systemischen Ansatz und schauen, welche Ressourcen vor Ort gegeben sind. Gemeinsam mit dem kommunalen Ansprechpartner vor Ort, werden Strategien für Strukturen innerhalb der Präventionsgremien oder in der jeweiligen Präventionsarbeit entwickelt.

Dabei spielt der Empowerment-Ansatz, der die Beratungsnehmenden im Sinne einer »Hilfe zur Selbsthilfe« nachhaltig darin unterstützt, Probleme vor Ort zu erkennen und eigenverantwortlich, selbstbestimmt und lösungsorientiert zu bearbeiten, eine wichtige Rolle. 

Ein Coach kann dabei aber ganz unterschiedliche Rollen einnehmen. Beobachter, Analyst, Moderator und manchmal auch Ratgeber.

Was kann Coaching?

So kann in Absprache das Coachingangebot – angepasst auf die jeweiligen Rahmenbedingungen und strukturellen Voraussetzungen vor Ort – für folgende Aufgaben u.a. genutzt werden:

  • Prozessbegleitung der Kommunalverwaltungen, der Kommunalen Präventionsräte (KPR) in Einzel- oder Gruppenarbeit,
  • strategische Planung des ASSKomm-Prozesses in der Kommune,
  • Unterstützung bei der Suche, Ansprache und Einbindung relevanter Akteure,
  • Reflexionspartner im Präventionsprozess mit Blick auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken,
  • Durchführung von Workshops insbesondere hinsichtlich der Konkretisierung der Ziele, bei der Einrichtung von Gremien, Strukturen etc.,
  • Organisationsunterstützung bei der Planung von Sitzungen z. B. des Kommunalen Präventionsrates (KPR)
  • beratende Teilnahme an Sitzungen,
  • Moderation zwischen den beteiligten Akteuren (Personen, Gruppen, Gremien etc.),
  • ergänzende Beratung per E-Mail, Telefon und Videokonferenz sowie
  • Begleitung bei der Erstellung eines Maßnahmenplans oder Konzeptes und der dazugehörigen Meilensteine.
 

Wie gelingt Coaching? – aus Sicht des Coaches Bernd Stracke

Portrait von Bernd Stracke © Institut B3 e. V.

Gelingendes Coaching ist kein Selbstläufer. Es gibt ein paar grundlegende Voraussetzungen dafür:  Das A und O des Coachingprozesses ist die Stimmigkeit zwischen Coach und Coachee. Von Anfang an sollte der Prozess systemisch gedacht werden.

Das beginnt bereits vor dem Erstgespräch. Ich bereite mich gründlich darauf vor: Ich recherchiere ausgiebig die Besonderheiten und Eigenheiten der Kommune, in der ich tätig werde. Wie stellt sie sich in der Öffentlichkeit dar? Was ist wichtig für die Identität des Ortes? Welche Erfolge und Misserfolge prägen die jüngere Vergangenheit? Worauf wird Wert gelegt? Ich fahre auch gerne vor dem Erstgespräch durch die Kommune und lasse die Landschaft und die Architektur auf mich wirken.  Damit bekomme ich in der Regel ein Gespür für das atmosphärische Grundrauschen vor Ort.

Mit dieser Wertschätzung im Gepäck gehe ich in den Coachingprozess hinein. Es ist manchmal schwer, sich zurückzuhalten, aber der Fokus liegt ganz bei der Person, die das Coaching in Anspruch nimmt. Wie sieht sie die Lage vor Ort? Welche Bedürfnisse formuliert sie offen oder verdeckt? Die Hauptaufgabe im Erstgespräch liegt für mich darin, gut und aktiv zuzuhören und mir und meinem Gegenüber im Gespräch ausreichend Zeit zu lassen, sich mitzuteilen und Ziele zu finden. Nur so kann eine Vertrauensbasis geschaffen werden, die durch den Coachingprozess hindurch trägt.

Und dann kommt es ganz auf die Gesprächsdynamik zwischen den Beteiligten an. Das lässt sich vorab nicht bestimmen. Als Coach muss man sehr flexibel sein. Es gibt verschiedene Typen von Menschen. Zum Beispiel bei den Bürgermeister*innen: Vom kollegialen Stil bis hin zum Solo-Entscheider ist die Bandbreite sehr groß. Wichtig bleibt für mich, dass ich als Coach niemals entscheide, was gut und was richtig ist. Die Entscheidungshoheit bleibt bei der Person, die ich begleite. Jeder Druck, der da vonseiten des Coaches ausgeübt wird, wäre langfristig kontraproduktiv. Das Gegenüber ist und bleibt eigenständig in seinen Entscheidungen. Meine Aufgabe als Coach ist es, mit ihm gemeinsam zu überlegen, in welcher Richtung der beste Weg liegt. Und meine Aufgabe ist auch, das Finden des Weges zu strukturieren. Es hat sich für mich bewährt, aus jedem Gespräch ein Ergebnis und einen klaren nächsten Schritt festzuhalten: Das kann ein neuer gemeinsamer Gesprächstermin sein, eine Maßnahme, die der Partner vor Ort umsetzen möchte, oder auch nur eine klare Agenda, die ich für mich mitnehmen kann.

Auf diese Weise sind wir in einem gemeinsamen Prozess. Und schließlich wird es beiden Seiten oft zeitgleich deutlich, wenn das Coaching, der Reflexionsprozess abgeschlossen und das Ziel erreicht ist. Wenn der weitere Weg klar vor Augen liegt und der Impuls da ist, diesen zu beschreiten und die Verantwortung wahrzunehmen, dann ist der Coachingprozess gelungen.

 

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