23.04.2026

Fakeshop-Finder – Deutscher Präventionspreis

Logo des Deutschen Präventionstages "dpt" in dunkelblauer Schrift auf weißem Grund.
© Deutscher Präventionstag

Das Projekt »Fakeshop-Finder« der Verbraucherzentrale NRW e. V. erhielt beim Deutschen Präventionstag den Publikumspreis.

Der Fakeshop-Finder ist ein KI-gestütztes Online-Präventionstool, das Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht, die Seriosität von Online-Shops innerhalb weniger Sekunden zu überprüfen. Durch die Eingabe einer Shop-URL erhalten Nutzerinnen und Nutzer eine sofortige Einschätzung, ob es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen betrügerischen sogenannten Fakeshop handelt. Ziel ist es, Konsumentinnen und Konsumenten wirksam vor Warenbetrug, Kreditkartenmissbrauch und Identitätsdiebstahl zu schützen.

Das Projekt wurde 2022 gestartet und hat sich seitdem zu einem der erfolgreichsten digitalen Angebote der Verbraucherzentralen entwickelt. Aktuell werden rund 450.000 Shop-Überprüfungen pro Monat durchgeführt. Die zugrunde liegende Datenbank umfasst inzwischen über 100.000 bestätigte Fakeshop-Domains sowie mehr als 60.000 sogenannte Feeder-Seiten, die zur Verbreitung betrügerischer Angebote genutzt werden.

Technisch basiert der Fakeshop-Finder auf einem Netzwerk automatisierter Webcrawler, die kontinuierlich – mit Fokus auf deutschsprachige Inhalte – das Internet nach verdächtigen Online-Shops durchsuchen. Diese werden mithilfe von Machine-Learning-Verfahren anhand technischer und inhaltlicher Merkmale analysiert. Dazu gehören neben vielen weiteren Faktoren das Vorhandensein eines Impressums, das Auslesen der Impressumsdaten und ein Abgleich mit dem Handelsregister, die Analyse des Serverstandortes und die Zeitspanne, in der die Shop-Domain bisher unverändert existierte sowie die Analyse von etwaiger Anomalien im Quellcode der Website. Aus diesen Faktoren wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der es sich um einen betrügerischen Onlineshop handelt oder nicht. Eine KI-gestützte Cluster-Erkennung verknüpft zusammengehörige Betrugsstrukturen und sorgt dafür, dass das System fortlaufend dazulernt und präziser wird. Insgesamt wurden auf diese Weise bislang über 2,80 Millionen Websites analysiert.

Da Fakeshops überwiegend von außerhalb der EU betrieben werden und strafrechtliche Verfolgung sowie Verbraucherrechtsdurchsetzung häufig an rechtlichen Grenzen scheitern, kommt der präventiven Schadensvermeidung eine zentrale Bedeutung zu. Genau hier setzt der Fakeshop-Finder an.

Das Projekt wird von mehreren deutschen Bundesländern gemeinsam finanziert – eine bundesweit bislang einzigartige Kooperation im Verbraucherschutz. Federführend ist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die technische Umsetzung erfolgt durch die mindUp Web+Intelligence GmbH aus Konstanz. Der Fakeshop-Finder ist modular aufgebaut und grundsätzlich auch auf beispielsweise andere EU-Mitgliedstaaten übertragbar.

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