Torsten Kosuch
Torsten Kosuch hat seit 2019 die Idee von ASSKomm mit Leben erfüllt und weiterentwickelt. Seit 1. Mai genießt er seinen wohlverdienten Ruhestand.
Torsten Kosuch ist Polizeibeamter und seit 2019 im Landespräventionsrat (LPR) Sachsen tätig. Er hat maßgeblich daran mitgewirkt, die Landesstrategie ASSKomm aufzubauen und in Kommunen im Raum Leipzig und Nordsachsen zu etablieren. Seine langjährigen Erfahrungen in verschiedenen Spezialeinheiten der Polizei prägten seine berufliche Laufbahn. Für seine Tätigkeit im LPR musste er jedoch immer wieder bewusst die »Polizei-Brille« ablegen.
Kurzvorstellung:
Nach knapp sieben Jahren erfolgreicher Präventionsarbeit geht der Polizeibeamte nun in seinen wohlverdienten Ruhestand. Bei ASSKomm war er nicht nur für die Regionen Leipzig und Nordsachsen zuständig, sondern gestaltete auch unser Fortbildungsprogramm. So kümmerte er sich um die Fortführung der Weiterbildung »BECCARIA – Fachkraft für Kriminalprävention« nach niedersächsischem Vorbild und führte zahlreiche Deeskalationstrainings in den Kommunen vor Ort durch. Des Weiteren entwickelte er gemeinsam mit der zuständigen Stelle der Landesdirektion Sachsen (LDS) und der Rechtsabteilung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI) Handlungsempfehlungen für Kommunen für den Themenbereich Alkoholkonsumverbotszone.
Wo sieht Torsten Kosuch die Stärken der Landesstrategie ASSKomm?
Die Landesstrategie ASSKomm bietet viele Vorteile für ihre Mitglieds-Kommunen – neben einer breiten thematischen Aufstellung werden vor allem ländliche Räume in den Fokus genommen und unterstützt. In größeren Städten sind die Ressourcen und spezifischen Gegebenheiten oft anders. Deswegen können erfolgreiche Projekte und Ansätze nicht einfach als Leuchtturm-Beispiele auf alle Regionen übertragen werden. Über die Jahre hat sich zudem gezeigt, dass eine engmaschige Begleitung vor Ort der Kern erfolgreicher Stärkung der Präventionsarbeit ist. Auch die vielfältigen Qualifizierungsmöglichkeiten über ASSKomm sieht er als große Bereicherung an.
Welche Aspekte sind in der Zusammenarbeit mit kommunalen Akteuren besonders wichtig?
Geduld ist ein wichtiger Schlüsselfaktor. Langfristig gelingende Präventionsarbeit kann nicht von heute auf morgen aus dem Boden gestampft werden. Vielmehr stellt sie einen Prozess dar, der seine Zeit braucht. Das Ziel von ASSKomm ist, diesen Prozess zu eigenen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort mit der gewünschten Unterstützung zu begleiten. Es geht nicht darum, den Kommunen vorgefertigte Konzepte und Formate überzustülpen. Weitere wichtige Aspekte sind Vertrauen und Respekt vor der Arbeit anderer. Ohne diese gelebten Werte gelinge keine Zusammenarbeit.
Was können Kommunen mit Hilfe von ASSKomm erreichen?
Entscheidend sind die Ausgangsbedingungen in der jeweiligen Kommune. Vor Ort braucht es Menschen, die sich der Präventionsarbeit annehmen und mit Überzeugung dahinterstehen. Auch die Unterstützung seitens der Führungsebene ist enorm wichtig, um Projekte umsetzen zu können und langfristige Strategien zu entwickeln. Unter guten Voraussetzungen und einem gelebten Miteinander kann vieles gelingen. ASSKomm bietet zahlreiche Möglichkeiten, Kommunen darin zu stärken, die eigenen Ziele zu erreichen.
Was sollte sich ASSKomm für die Zukunft vornehmen?
Auch wenn nicht mehr dieselben finanziellen Ressourcen wie zu Beginn der Landesstrategie zur Unterstützung von Kommunen bereitstehen, sollte der Fokus lösungsorientiert bleiben. Die letzten Jahre haben sich starke und zuverlässige Unterstützungsstrukturen etabliert sowie ein großes Netzwerk herausgebildet. Schwierige Zeiten können auch Chancen hervorbringen – diese gilt es zu erkennen.
Hinweis: Die Beantwortung der Fragen ergibt sich aus einem Interview, das mit Torsten Kosuch vor seinem Eintritt in den Ruhestand geführt wurde.