Ergebnisse der PiT Kinder- und Jugendbefragung 2024
Der Kommunale Präventionsrat (KPR) der Stadt Zwickau bat um die Präsentation der Ergebnisse für die Stadt Zwickau.
2024 fand u. a. im Landkreis Zwickau die PiT Kinder- und Jugendbefragung der Klassenstufen 5 bis 12 statt. Mittels anonymer Online-Befragung wurden Schutz- und Risikofaktoren aus der Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen erfasst (Schutzfaktoren z. B. eine gute familiäre Bindung, Mitbestimmung etc.; Risikofaktoren z. B. Substanzmittelkonsum, Mobbing, Gewalt). Die Ergebnisse der 54 teilnehmenden weiterführenden Schulen des Landkreises Zwickau finden Sie auf der Website des Landkreises. Die Ergebnisse der Befragung wurden nach Sozial- und Planungsräumen ausgewertet und bieten einen Ausgangspunkt für gemeinsames präventives Handeln.
Es haben sich 18 Zwickauer Schulen beteiligt. Die Teilnahme der Schulen war freiwillig. Im Rahmen der KPR-Sitzung am 25. Februar 2026 wurden die Ergebnisse nur für die Stadt Zwickau dargestellt. Zur Präsentation eingeladen waren nicht nur die KPR-Mitglieder sondern auch die beteiligten Schulleiter, Lehrer, Vertreter des Kreiselternrates, Schulsozialarbeiter, Vertreter des Landesamtes für Schule und Bildung (Standort Zwickau), Polizisten, Sozialarbeiter, Streetworker sowie Vertreter von NGOs. Die unterschiedlichen Blickwinkel haben zu einer lebhaften und konstruktiven Diskus-sion geführt.
Die Schulleiter der teilnehmenden Schulen haben alle bereits im Jahr 2025 ihren Schulbericht erhalten und können nun damit arbeiten. Teilweise haben die Ergebnisse sie und ihre Arbeit bestätigt, aber es gab auch neue Erkenntnisse. Details können der Präsentation entnommen werden.
Einige beachtenswerte Ergebnisse sind:
- Handlungsbedarf besteht u. a. bei der Höhe des Alkoholkonsums. 16% der befragten Kinder der Klassen 5-7 haben im letzten Monat Alkohol konsumiert. Die Zahlen steigern sich horrend in den einzelnen Klassenstufen (8.-10. Klasse: 60%, 11.-13. Klasse: 74%, berufsbildende Schulen: 81%).
- Besorgniserregend sind auch die Zahlen zu mindestens einer Form von Depressivität in den letzten 12 Monaten (Zustimmung »völlig«): Es besteht eine Prävalenz (Häufigkeit eines Merkmals in einer Population zu einem bestimmten Zeitraum) von 24% der befragten Kinder der Klassen 5-7, 23% in den Klassen 8-10, 14% in den Klassen 11-13 und 12% in den berufsbildenden Schulen. Bei diesem Merkmal gibt es auch eine geschlechterspezifische Ausprägung: 14% der Jungen und 29% der Mädchen.
- 50% aller befragten Schülerinnen und Schüler haben eine fehlende Bindung an »ihre« Schule. Was eine Ursache für die 11 % Schülerinnen und Schüler ist, die mindestens einen Tag im vergangenen Monat Schule geschwänzt haben.
- Wichtig sind auch die Fragen nach sogenannten Schutzfaktoren (Eigenschaften, Bedingungen oder Ressourcen, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Problemverhalten, Störungen oder Erkrankungen verringern.). 55% der Schülerinnen und Schüler haben angegeben, schulische Anerkennung für ihre Mitwirkung zu erhalten. 52 % der Kinder und Jugendlichen spüren familiären Zusammenhalt.
Ein herzliches Dankeschön an Annett Meylan, die Leiterin des Jugendamtes des Landkreises Zwickau, die nicht nur die Ergebnisse präsentiert hat, sondern auch die treibende Kraft hinter der Befragung war. Ihr und auch der Geschäftsstelle des Landespräventionsrates wäre es eine große Freude, wenn die Schulberichte nicht in einer Schublade verschwinden sondern mit ihnen gearbeitet wird, z. B. als Grundlage für das Präventionskonzept einer Schule.
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