Ex oriente lux – Im Osten geht ein Licht auf …
Zwischenbericht nach vier Jahren Mitgliedschaft in der Allianz Sichere Sächsische Kommunen und gelebter kommunaler Prävention in der östlichsten Stadt Deutschlands.
Besonders wertvoll ist für mich die Erkenntnis: Prävention wirkt dort, wo Beziehungen tragfähig sind, also auf Vertrauen, Transparenz und kontinuierlichen Austausch bauen.
Maria J. Schubert (Koordinatorin)
Am 27. Februar 2026 besuchte unser ASSKomm-Sachbearbeiter für die Region Ostsachsen die Stadt Görlitz, um sich vor Ort einen Eindruck von der Arbeit der Akteure der Kommunalen Präventionslandschaft in einer Stadt zu machen, die sich mitten im Strukturwandel befindet. Hier wird seit nunmehr drei Jahren noch intensiver an der Verbesserung der objektiven und der subjektiven Sicherheitslage gearbeitet in dem der präventive Fokus in der Stadtverwaltung sowie der Zivilgesellschaft gestärkt wurde. Was das konkret bedeutet, wollen wir in diesem kurzen Bericht beleuchten.
Görlitz hat am 17. November 2022 einen Kommunalen Präventionsrat gegründet, verbindliche, themenbezogene Arbeitsformate und Netzwerkstrukturen etabliert, die ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung gestärkt und dadurch mit Koordinatorin Maria J. Schubert Prävention als sichtbare Querschnittsaufgabe etabliert.
Thematische Schwerpunkte sind die Förderung von Zivilcourage im Alltag sowie im digitalen Raum, das Thema Sauberkeit als Erkenntnis aus einer ASSKomm-Sicherheitsanalyse, Gewaltprävention, vor allem im Bereich »Beziehungsgewalt« rund um den internationalen Aktionstag 25. November (Orange Day), sowie Jugendbeteiligung im Rahmen niedrigschwelliger Angebote.
Strategisch wird die lokale Präventionsarbeit im Rahmen eines gezielten Projektmanagements (Zielpyramide) mit abgestimmten Indikatoren organisiert, die eine Evaluation gewährleisten. Das setzt auch voraus, dass eine datenschutzkonforme aber auch transparente Datengrundlage innerhalb der Verwaltung geschaffen wurde, anhand welcher eine Priorisierung der Interventionsmaßnahmen überhaupt erst möglich ist. Schlussendlich wurde auch erkannt, dass eine proaktive Öffentlichkeitsarbeit entscheidend für den Erfolg und die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen ist, da nicht zuletzt die Mitwirkung in der Bevölkerung vor Ort zum Gelingen der Maßnahmen beiträgt.
Perspektivisch soll in Görlitz u. a. die Sauberkeitskampagne vorangetrieben und dabei die Bürgerinnen und Bürger angemessen beteiligt werden. Bestehende Präventionsangebote sollen noch mehr Sichtbarkeit erhalten. Netzwerkstrukturen sollen nachhaltig verstetigt, sowie größere, überregionale Leuchtturmformate initiiert und unterstützt werden, damit am Ende nicht nur die Menschen in Görlitz, sondern auch im Landkreis von den gemeinsam geschaffenen Ergebnissen profitieren: Mehr Zivilcourage. Mehr Sauberkeit. Mehr Vorsorge. Mehr Sicherheit. Mehr Zusammenhalt. Mehr Lebensqualität.
Kompakt-Erkenntnisse von Maria J. Schubert:
• Erfolgreiche Prävention basiert auf stabilen Beziehungen und Vertrauen im Netzwerk.
• Transparenz schafft Akzeptanz – insbesondere bei sensiblen oder kontroversen Themen.
• Beteiligung stärkt Verantwortungsbereitschaft und »Wir-Gefühl«.
• Prävention benötigt Kontinuität – Wirkung entsteht langfristig.